Schmackhafte Schöpfungen aus Mensa-Schlemmereien
Wer hat diese Ermahnung als Hemdenmatz nicht oft genug um die Ohren gepfeffert bekommen: „Mit dem Essen spielt man nicht!“ – Haha! Obgleich für die Studenten der Universität des Saarlandes die Tage solch biederer Belehrungen längst verstrichen sind, hat eine Gruppe Studis vor kurzem begonnen, sich auf charmante und kreative Weise über die überholten Spießbürgerlichkeiten hinwegzusetzen. Für die Hochschüler ist Essen nicht länger einfach „nur“ essen – stattdessen verwandelt die Gruppe die Mensa in ein Atelier und die Mittagstafel in einen Künstlertisch. Jeden Tag basteln sie in der Mensa der Saar-Uni aus dem leckeren Lunch wahre Knabber-Kunstwerke. Inzwischen ist daraus ein Wettstreit der essbaren Kunst geworden: ein „Mensa-Battle“. Täglich stellen die kreativen Studenten ihre Werke als Fotos in die Sozialen Netzwerke und lassen die Bilder von zahlreichen Fans bewerten.
Geistreicher Kopf des Ganzen ist der 29-jährige Student Maurice Etoile (Vorsicht: Künstlername!). Zurzeit arbeitet er an seiner Magisterarbeit im Studienfach Informationswissenschaften… und gestaltet ganz nebenbei zahlreiche Meisterstücke aus Spinat, Schweinefilet und Co. Der schöpferische Horizont seines Teams reicht dabei vom frechen Reis-Spongebob über eine Bandnudel-Medusa bis hin zum Computerklassiker Pac Man und Gespenst Clyde, gefertigt aus Kartoffelpuffer und Apfelmus.
Eigentlich wollte Maurice Etoile einem Studienfreund aus Berlin doch bloß aufzeigen, dass in der Mensa der Saar-Uni das delikatere Essen aufgetischt wird. Zum Beweis schoss er ein Foto. Auf den ersten Blick war es bloß ein Schnitzel, beim genaueren Hingucken wurde es zu einem Gesicht: die Zitronenscheiben waren die Augen, eine Pommes der Mund. Was als witziger Gag seinen Anfang nahm, hat sich inzwischen zu einer Art Trendsport entwickelt. Das Mensa-Battle-Team bedient sich der Sozialen Netzwerke, um die zahlreichen Fans täglich mit neuen Inspirationen direkt vom Tablett abzuspeisen. Die Community darf anschließend über passende Titel für die Kunstwerke abstimmen.
Doch Maurice Etoile ist nicht alleine. Ihm stehen tapfere Helfer zur Seite wie z.B. Grafikdesigner Christoph Zippelt aus München, der sich rund um die Themen Design und Grafik des Projekts bemüht (siehe Facebook etc.). André Hellemeier aus Hamburg unterstützt bei der Entwicklung neuer Strategien und verankerte den „Mensa Battle“ zudem im Sozialen Netzwerk "Pinterest". Und schließlich schaffte es Karoline Jorzyk die Pressestelle der Saar-Uni über Facebook auf die essbaren Kunstwerke aufmerksam zu machen und brachte so die Medienlawine, die momentan um den Mensa-Battle tobt, ins Rollen!
Aus ganz Deutschland senden andere Speis-und-Trank-Künstler ihre Ideen ein. Daher plant Maurice Etoile für die Zukunft einen Ausbau seines Projekts. Bundes- wenn nicht gar weltweit sollen Studis Kunstwerke auf den Tellern zaubern, veröffentlichen und sich „batteln“.
Sollte euch dieser kurze Report den Ansporn verliehen haben, euch ebenfalls am Mensa-Essen künstlerisch auszutoben, so braucht ihr nichts weiter außer:
- einem Mensa-Essen mit Extra-Teller
- einem Fotoapparat
- einen Account bei Facebook oder Twitter
- einen originellen Einfall
Ich selbst habe mich experimentell an Kartoffelecken und Remouladensoße versucht, bin jedoch jämmerlich gescheitert. It’s not that easy to be an artist! Schaut euch auf der Facebook-Seite um: https://www.facebook.com/MensaBattle
P.S.: Seid übrigens nicht besorgt wegen der Etikette: Die kreativen Köpfe futtern nach getaner Kunst ihre Werke bis auf den letzten Leckerbissen auf! Eure Jana! :)











