Guten Morgen allerseits!
Studieren kostet Geld, und zwar jede Menge. Man sollte sich nicht der Illusion hingeben, dass das schon irgendwie gehen wird. Am besten ist es, wenn ihr mit euren Eltern und anderen Studenten überlegt, was ihr während des Studiums an finanziellen Mitteln braucht; dabei dreht es sich nicht nur um die Studiengebühren. Es gibt verschiedene Punkte, die man berücksichtigen sollte, unter anderem Wohnen (Miete, Strom, Heizung, Telefon, Internet), Essen, Studienkosten (Bücher, Kopierkarten, Exkursionen) und auch Freizeit (Kino, Museen, eigenes Auto, Benzin). Wie man sieht, ist der Punkt Wohnen sehr weitgreifend. Darum ist zu klären, ob man nicht doch noch bei den Eltern wohnen möchte. Vorteil: weniger Hausarbeit, Nachteil: Verzicht auf Freiheiten im eigenen (WG-) Reich. Mit euren Eltern müsst ihr klären, mit welcher Möglichkeit ihr am besten gefördert werdet.
Zur Finanzierung eines Studiums gibt es verschiedene Hilfestellungen. Zum ersten sei das BAfög genannt; das ist abhängig vom Einkommen der Eltern. Auch spielt hier eine Rolle, ob ihr zuhause wohnen bleibt. Einen weiteren Zuschuss bekommt man durch das Kindergeld: bis zum Alter von 25 Jahren gibt es für StudentInnen monatlich 154€. Eine Alternative sich Geld zu leihen sind die Studienkredite; das sind Darlehen, die den Lebensunterhalt während des Studiums und/oder evt.
weitere Kosten (z.B. Studiengebühren) finanzieren sollen. Die
Besonderheit im Vergleich zu einem normalen Kredit ist, dass nicht auf
einen Schlag eine große Summe vergeben wird, sondern monatliche
Zahlungen gewährt werden. Man kann auch einen Bildungskredit beantragen. Jedoch solltet ihr euch im klaren darüber sein, dass ihr am Ende eures Studiums das Geld zurückzahlen müsst.
Die andere, wenn auch nicht so komfortable Lösung ist das Jobben neben der Uni: in den Semesterferien dürft ihr soviel arbeiten, wie ihr möchtet. Abzüge gibt es nur im Bereich der Rentenversicherung. Wer monatlich arbeitet, sollte sich über die verschiedenen Möglichkeiten der Anstellungsart informieren. Bei einem Minijob darf man bis zu 400€ verdienen. Man benötigt nicht zwingend eine Lohnsteuerkarte (LSK), doch meistens möchte der Arbeitgeber (AG) die LSK haben, um mindestens diese 2% Abzüge einzusparen - beim Minijob hat der AG 30% Abzüge für pauschale Sozialabgaben. Wer nicht mehr als 400€ verdient, sollte diese Möglichkeit auch nutzen und sich nicht als "Werkstudent" einstellen lassen. In diesem Fall zahlt man nämlich auch 10% in die Rentenkasse ein, genau wie der AG, der sich dadurch gegenüber dem Minijob 20% spart. Als StudentIn könnt ihr auch zwei Jobs haben, doch auf die Kombination kommt es an. Wichtig ist beim Jobben: nicht mehr als 20 Stunden die Woche; das Studium sollte im Vordergrund stehen. Wer über 400€ monatlich verdient, fällt aus der Familienversicherung heraus und muss sich selbst krankenversichern. Dazu werden ab 400€ Lohn Rentenversicherungsanteile (RV) abgezogen (im sogenannten "Midi-Bereich" zwischen 400€-800€ rechnet man mit der Gleitzone), da es kein geringfügiger Job mehr ist. Wer also 500€ Brutto verdient, hat RV-Abzüge in Höhe von 36,21€ und ungefähr 60€ Krankenversicherungsbeiträge zu zahlen: es bleiben rund 400€ übrig, das, was ihr auch mit einem Minijob verdienen könnt. Also überlegt euch, welchen Job ihr annehmt.
Allgemein solltet ihr bedenken: mit einem Nebenjob habt ihr nach dem Studium keine Schulden, doch müsst ihr diese Zeit in den Uni-Alltag einbauen. Denkt dabei an genügend Lern - und auch Schlafzeiten. Mein persönlicher Tipp in dieser Sache: plant diese Seite des Studiums früh genug, dann habt ihr während des Studiums keine finanziellen Sorgen und könnt euch auf das Wesentliche konzentrieren.
Ich hoffe, ich konnte euch ein wenig helfen,
à bientôt,
Nathalie