Meine Abi-Fahrt nach Lloret de Mar – 10 Tage Heiterkeit Teil 1,2 und 3
Lieber Leser, bewaffne dich mit Cocktail und Ballermannhut.
Es geht nach Lloret.
Zumindest ich war schon einmal dort und finde es ist eindeutig berichtenswert^^
Teil 1
Aber alles der Reihe nach: Wir sind letztes Jahr im Mai dort gewesen mit einem doppelten Abiturjahrgang, sprich vielen Leuten. Dementsprechend hatten wir gleich zwei Reisebusse, aber (dank diverser Damen die für 10 Tage mehr Zeug mitnehmen als man für ein Jahr im Outback bräuchte) Gepäck für drei Ladeflächen. Nach über einer Stunde Ein- und Umpacken waren wir dann bereit zur Abfahrt. Der zugegeben nette Busfahrer sagte etwas wie „Ich glaube vier Bier für jeden reichen auf der Fahrt. Die Toilette bitte nur in Notfällen aufsuchen“. In der Mülltüte neben mir stauten sich etwa 25 Dosen Mixery und mir fiel peinlicherweise ein –stimmt, man kann sich ja schon auf der Fahrt betrinken!- Aufgrund mangelnden Vorrats war ich dankbar für meinen bierfanatischen Nachbarn, der extra für die Reise gutes „Flensburger“ und „Tannenzäpfle“ organisiert hatte. Den Rest der Durchsage hab ich dann vor Glück nicht mehr mitbekommen, aber ich weiß noch genau wie vor dem finalen „so und jetzt fahren wir dann auch endlich los“ 2 Leute unter lautem Gelächter zum Klo eilten. Bei den Mengen Ekelbier glaub ichs ihnen sogar =D
Die Fahrt an sich war dann ziemlich ruhig, die hyperaktiven (hyperbesoffenen) Sportler waren alle im anderen Bus^^ Schlafen konnte ich trotzdem nicht – bei einer Körpergröße über 1,80 m sind die engen Sitzreihen echt zum K… In den Gang legen ging auch nicht, weil zugemüllt und Mixerydurchtränkt. Blieb also nur wach bleiben und sich den Uralt-Gameboy vom Nachbarn ausleihen. Die Musik hab ich dann netterweise irgendwann ausgemacht, aber jeder der Super Mario kennt, weiß dass es schon nach 20 Sekunden nervt. Als mich doch einmal die Müdigkeit dermaßen überkommen hatte, dass mein Schmerzzentrum die verkrümmte Wirbelsäule für ein paar Stunden Schlaf in Kauf genommen hätte, beschloss die Dosenbierfraktion hinter mir ein Rülps-Konzert zu veranstalten… wovon auch einige Anwesende unsanft aus dem Schlaf gerissen wurden –
Seien wir ehrlich. Ich hab Tränen geweint vor Lachen.
Teil 2
Nach schier endloser Fahrt kamen
wir dann morgens gegen 10 im Hotel Olympic Garden an. Der erste Eindruck war
überraschend positiv. Also erstmal die Koffer in den Warteraum geschleift und
auf unser „All-inclusive-Bändchen“ gewartet. Das hat zwar verdammt lange
gedauert, aber wenn mans dann mal hatte konnte man sich gleich runter an die
Pool-Bar schwingen und den ersten Becher-Cocktail genießen =) Wenn du mal nach
Lloret fahren solltest, erzähl mir bitte
was es mittlerweile noch für tolle Imitationen bekannter Alkoholprodukte gibt.
bei uns im Hotel gab es zum Beispiel anstelle von Blue Coracao ein gleichfarbiges Gesöff namens
Blue Corazon, der Martini hieß Martani und die bekannte Milch 43 wurde
kurzerhand zu einer Milch 42 degradiert. Hat zwar alles ein bisschen fad
geschmeckt, aber zweifelsohne den Sinn erfüllt. Nach 4 oder 5 Cocktails waren
unsere Zimmer bezugsfertig und wir machten uns zu dritt auf den Weg
herauszufinden, was man für knapp 400 Euro für 10 Tage an Liegekomfort zu
erwarten hatte. Das Zimmer war relativ klein, dafür mit Balkon, aber eins der
drei Betten war ein dazu gestelltes Klappbett, auf das ich vorne und hinten
nicht draufgepasst hätte. Unser dritter Mann hat sich erbarmt und für 10
Tage die Beine eingezogen
Das Bad war
groß aber ziemlich vergilbt und das Klo musste man mit mir bis dato unbekannter
Pump-Spülung betätigen… Die Dusche hatte nicht immer Lust auf warmes Wasser und
der Duschvorhang schien dort zu hängen seit das Hotel eröffnet hat. Zum sauber
werden hat es aber gereicht und das ist einem morgens mit Kopfschmerzen wohl am
wichtigsten. Nachdem wir also unser Zimmer erkundet hatten gings wieder ab zum
Pool, die Ankunft feiern. Angetrunken schwimmen zu gehen ist übrigens ziemlich
heftig, die oben/unten- Orientierung versagt nämlich auf halber Strecke.
Nachdem ich das wusste (und gesehen hab was da so alles im Pool rumschwamm) bin
ich nicht mehr so oft reingehüpft^^ Obwohl mein Zimmergenosse mir glaubhaft
versichert hat, dass „der Alkohol sowieso alles abtötet was da schwimmt und
nicht reingehört“. Nach ein paar Stunden war ich gespannt auf das erste Essen
im Hotel. Wir erinnern uns: all inclusive. Und es war ein Desaster. NUR verkochtes
Essen, wirklich mieseste Qualität und selbst der Salat war ungenießbar. Im
ganzen Hotel gab es nichts Anständiges zu Essen und das hat sich wahrscheinlich
bis heute auch nicht geändert. Zum Glück gibt es in Lloret Unmengen an Fast
Food…nachts allerdings nur an Automaten – ziemlich nervig. Und ziemlich teuer.
Sollte ich noch mal hinfahren nehm ich selbst was zu Essen mit.
Teil 3
Abends dann
bekamen wir unsere Ermäßigungskarten, mit denen man in diverse Clubs etwas
billiger rein konnte. Das war auch bitter nötig, ohne die Karte zahlt man
teilweise locker mal 15 Euro für einen Eintritt. Der erste Abend war relativ
ruhig, die Busfahrt und der hektische Tag gaben der Partystimmung einen kleinen
Dämpfer. Als ich mir mit einem Freund dort einen Whiksy Cola bestellt hab, gab
es Spülmittel mit Cola – ehrlich, wir konnten es nicht trinken. Umtauschen
wollte der Idiot von Barkeeper es auch nicht. Wenn ich nicht gewusst hätte dass
ich dafür rausfliege, hätt ichs ihm übergeschüttet. Die nächsten 9 Tage begannen
immer ziemlich gleich: Aufstehen gegen 12, Mittagtrinken mit Essensbeilage
gegen 1, den Rest des Tages am Pool entspannen und von 10 bis 12 wieder trinken
in der Hotelbar. Clubs gibt es in Lloret echt eine ganze Menge. Partymeile pur,
wenn man so will – ich glaube meine Bilanz an verschiedenen Clubs beläuft sich
auf 5 oder 6. Highlight war die Schaumparty am dritten Tag im sogenannten
„Colossos“. Wer noch nie auf einer Schaumparty war...viel Spaß^^ Ist echt ein
Erlebnis. Der Strand von Lloret de Mar ist leider ziemlich hässlich. Grobkörniger
Sand, dreckiges Wasser und Quallen en masse. Ich war genau einen Mittag
dort…andere haben den ganzen Tag dort verbracht. Ist wohl Geschmackssache J
Was man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte, ist ein Ausflug nach Barcelona!
In der Abi-fahrt war eine Busfahrt nach Barcelona enthalten, die ich und mein
Zimmergenosse aber leider verpennt haben. Im Sinne von: „kannst du aufstehen?
Nee. Gut ich auch nicht“
War nicht tragisch, wir waren erst ein paar Monate
vorher dort gewesen. Barcelona ist eine beeindruckende Stadt. Nach 10 Tagen
feiern und trinken waren wir alle denkbar erledigt, aber ohne bleibende Schäden
oder Verletzungen. Was bleibt ist eine schöne Erinnerung. In den zehn Tagen ist
natürlich auch noch so manches andere passiert, aber ich denke das solltest du
selbst erleben; in Lloret de Mar – der Stadt der Heiterkeit.








