Wiener Schnitzel, Croissants und die Kunst

03/17/2010 18:32

„Grüß Gott!“

...sagen in Wien sogar die muslimischen Mitbürger Wink
Heute lasse ich euch mal an einem Highlight meines Studiums teilhaben. In der Kunstgeschichte (der neue Bachelor-Studiengang heißt Bildwissenschaften der Künste) ist im Verlauf des Studiums auch die Teilnahme an mehreren Exkursionen Pflicht. Das ist aber meistens eine sehr nette Abwechslung zum normalen Uni-Alltag, vor allem weil man sich Kunstwerke und Architektur „live“ anschauen kann und so ihre Wirkung erst richtig wahrnimmt. Ich war schon bei einigen Tagesexkursionen dabei, zum Beispiel zum Heidelberger Schloss und nach Paris zu einer großen Picasso-Ausstellung. Das Tolle an diesen Exkursionen ist, dass dabei neben der Kunst auch immer ein Hauch von Urlaub in der Luft liegt, vor allem wenn man ins Ausland fährt und z.B. leckere Croissants probieren kann Laughing

A propos Croissants - Meine letzte Exkursion hat mich für 6 Tage nach Wien geführt, die Hauptstadt des Schnitzels, diverser Kaffeekreationen und – auch des Croissants! Das wurde ja angeblich in Wien erfunden, nachdem die türkischen Belagerer in die Flucht geschlagen wurden.

Aber soweit zurück in der Geschichte sind wir gar nicht gegangen. Thema des Seminars war „Wien um 1900“, und so haben wir uns hauptsächlich mit dem Wiener Jugendstil beschäftigt. Da gab es zum Beispiel einen Architekten namens Otto Wagner, der damals wohl halb Wien umgebaut haben muss: Privatvillen, ein Sanatorium mit der bekannten Steinhofkirche sowie viele Straßenbahn-Stationen und Mietshäuser hat der hochgezogen. Ganz bekannt ist zum Beispiel das Majolika-Haus an der linken Wienzeile, wo auch der Naschmarkt ist. Der macht seinem Namen alle Ehre – hätten wir mehr Zeit gehabt, hätten wir kiloweise Süßkram und auch deftige Spezialitäten eingepackt Cool

Abgesehen von der vielen Architektur haben wir uns natürlich auch in einige Museen geschleppt, um Bilder von Gustav Klimt, Egon Schiele und Oskar Kokoschka anzuschauen. Zum Glück – es herrschten nämlich durchgehend Minusgrade draußen Frown
Außerdem haben wir uns im MAK (Museum für Angewandte Kunst) ganz viele Möbel aus der Zeit angeschaut – zum Beispiel gibt es einen Stuhl der Künstlergruppe „Wiener Werkstatt“, der auch heute noch fast überall kopiert wird. Sieht man dem gar nicht an, dass das Design schon so alt ist ;-)

 

Wahlspruch über dem Eingang der Wiener Secession - März 2010

Natürlich durfte auch ein Besuch im Gebäude der Künstlergruppe Secession nicht fehlen. Sie haben sich unter anderem ein eigenes Ausstellungshaus errichtet - Die Secession.
Das war allerdings ein seltsames Erlebnis – an der normalerweise absichtlich ganz schmucklosen Frontfassade waren zwei riesige Werbebanner für Toilettenartikel und Duftspray angebracht – man stelle sich so was mal am Pariser Louvre vor (???). Außerdem war der Spruch über dem Eingang verdreht (siehe Foto). Der lautet normalerweise "Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit" (???)
Damit nicht genug: im Keller läuft momentan eine „Ausstellung“ für den etwas speziellen Geschmack: Wenn man die Treppe hinabsteigt, findet man sich auf einmal im Rotlichtmilieu wieder! War alles ganz harmlos, aber abends soll es dort wohl heiß hergehen ;)


Ihr seht also, so ne Kunst-Exkursion kann sehr lustig werden.Laughing
Vielleicht kommt ihr ja auch mal nach Wien und schaut euch die ein oder andere Ausstellung an.
Ihr solltet auf jeden Fall großen Hunger mitbringen – sowohl was das Essen angeht, als auch die Kunst. Ich fahre auf jeden Fall noch mal hin. Vielleicht eher im Sommer, dann hat auch der Prater wieder geöffnet und der „Gespritzte“ (Weinschorle mit Holundersirup) schmeckt noch besser...

Hier noch ein sehr lustiges Video aus grauer Vorzeit:Charlotte Roche in Wien!


Also dann, „pfiat euch“ und „servus“!

Karin


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