Hallo Frühling!
Hallo!
Hurra, hurra, der Frühling ist da! Ich hätte es ja fast nicht mehr für möglich gehalten, aber: die Temperaturen klettern langsam wieder konstant über zehn Grad 


Und als ich letzte Woche an der Eingangstür der SULB (Saarländische Universitäts- und Landesbibliothek) die ersten Marienkäfer krabbeln gesehen habe, stand für mich fest: Winterstiefel ade, willkommen Ballerinas!
Und da ja das neue Campus-Center demnächst eingeweiht wird und endlich der Baustellenlärm verstummt, kann man sich auch bald wieder auf ausgiebige Pausen auf der AC-Wiese freuen. Das ist die Wiese vor dem Ausländercafé (kurz „AC“) und sie liegt so wunderbar zentral, dass sich im Sommer hier viele Studenten zwischen den Vorlesungen ein bisschen Sonne gönnen. Dabei passiert es auch nicht selten, dass man spontan beschließt, heute ausnahmsweise mal die Vorlesung zu schwänzen 
Unterricht im Freien hatte ich an der Uni aber noch nie – schade eigentlich. Aber abgesehen von der Uni gibt es ja zum Glück auch noch ein paar andere schöne Flecken in Saarbrücken. Die erste Adresse für Frühlings-Begrüßungs-Rituale ist ganz klar der „Staden“ – die grüne Wiese an der Saar, wo man schon beim ersten Sonnenstrahl des Jahres ein kühles Bier bekommen kann. Der Schwenkerstand hat übrigens auch schon geöffnet und die Bierbänke sind gut gefüllt mit Saarbrückern. Komisch eigentlich, dass meine saarländischen Freunde immer noch nicht zum Schwenken aufgerufen haben – das ist normalerweise Standard von März bis Oktober, bis der erste Glühwein auf dem Grill heißgemacht wird 
Ach ja, ich freu mich schon auf diese Nachmittage, die immer länger werden und sich dann bis in den späten Abend hinein verlängern: Decke einpacken und faul in der Sonne liegen, sich unterhalten, ins Blaue gucken, irgendwann den Schwenker anwerfen (lassen, das ist schließlich eindeutig Männerarbeit
) und dann essen und trinken, bis die Grillen zirpen – schließlich gilt ja hier „Hauptsach’ gudd gess!“ und der Nationalsport Schwenken (für alle Nicht-Saarländer: das Grillen von einem saftigen Stück Fleisch, genannt Schwenker, auf einem großen Schwenkgrill) wird mit viel Leidenschaft praktiziert. An der Kunsthochschule haben ein paar Studenten mal einen Saarland-Film gemacht, der mit dem Spruch endet: „Gott lenkt, der Mensch denkt – aber der Saarländer schwenkt!“ 
Übrigens auch sehr zu empfehlen für alle, die wie ich von außerhalb hierher kommen und sich mit der saarländischen Kultur und Lebensart erst noch anfreunden müssen 
Das war’s auch schon wieder – genießt den Frühling, die Semesterferien und den Schwenker 
Viele Grüße,
Karin







